Gender – was heißt das eigentlich genau?

Das Wort „gender“ kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt „Geschlecht“. Im Englischen gibt es allerdings zwei Begriffe für das Geschlecht. Mit „sex“ ist das körperliche Geschlecht gemeint, unter anderem die inneren und äußeren Geschlechtsmerkmale und Hormone. Mit „gender“ hingegen ist die Geschlechtsidentität gemeint, also das innere Gefühl jeder Person, ob sie sich als weiblich oder männlich, irgendwo dazwischen oder noch ganz anders wahrnimmt.

Lange Zeit ging man davon aus, dass es nur zwei Geschlechter gibt – weiblich und männlich. Wissenschaftlich ist das längst überholt. Weiblich und männlich gelten eher als zwei Enden eines breiten Spektrums, und dazwischen gibt es viele Möglichkeiten, sich zuzuordnen. Einige Menschen verzichten auch ganz auf eine Benennung der geschlechtlichen Identität.

Wenn Kinder geboren werden, sind die Körpermerkmale nicht immer eindeutig männlich oder weiblich. Bis heute ist es gängige Praxis, dass sehr früh eine Entscheidung getroffen werden soll, ob es sich nun um ein Mädchen oder einen Jungen handelt. Die Folge: Es gibt Menschen, bei denen das Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, gar nicht zu ihrer gefühlten Identität passt. Für die Betroffenen ist die Auseinandersetzung damit oft belastend, und nicht selten erleben sie Unverständnis und Diskriminierung.

Aber die gesellschaftliche Diskussion der letzten Jahre zeigt Ergebnisse. So hat das Bundeskabinett 2018 eine Erweiterung für das Geburtenregister beschlossen. Zukünftig soll es die Möglichkeit geben, neben „männlich“ oder „weiblich“ als dritte Kategorie „divers“ einzutragen.

Um die vielen verschiedenen Geschlechter und Möglichkeiten zu beschreiben, gibt es eine Vielzahl an Begriffen. Wenn du dich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchtest, findest du hier eine Liste mit allen wichtigen Begriffen und den passenden Erklärungen.

Auch die Beratungsstellen von pro familia beschäftigen sich unter dem Motto „Anders? Normal!“ viel mit diesem Thema. Du findest auf der Website weitere spannende Informationen. Außerdem hast du hier die Möglichkeit, dich zu diesen Themen entweder online beraten zu lassen oder direkt in einer pro familia Beratungsstelle vertraulich mit jemandem zu sprechen.

Ich bin Levin!

Jugendgruppe „Tote Katze“

Wenn du dich gerne mit anderen Jugendlichen in Pflegefamilien austauschen möchtest, komm zur PiB-Jugendgruppe „Tote Katze“. Sie ist offen für Neue, und wenn du dazukommst, erfährst du auch etwas über den ungewöhnlichen Namen der Gruppe. Die Termine für die nächsten Treffen findest du bei den Events auf der Startseite.