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Stopp – So nicht!

„Recht haben und recht bekommen, ist zweierlei“, sagt ein altes Sprichwort.

Wenn du den Eindruck hast, dass deine Rechte nicht beachtet werden, solltest du dich nicht damit abfinden. Ungerechtigkeiten oder sogar die bewusste Missachtung von Rechten können in unterschiedlichen Situationen passieren. In der Schule, im Betrieb, unter Freund*innen oder auch zuhause. Was konkret zu tun ist, hängt immer vom Einzelfall ab. In vielen Fällen können folgende Schritte sinnvoll sein:

  • Bitte um ein Gespräch, um über deine Eindrücke zu sprechen. Es kann sinnvoll sein, dich von einer vertrauten Person begleiten zu lassen.
  • Bereite dich auf das Gespräch vor, indem du dir genau überlegst, was du ansprechen willst.
    – Welche Rechte werden deinem Eindruck nach nicht ausreichend beachtet?
    – Welche Verhalten empfindest du als ungerecht?
    – Wie geht es dir dabei?
    – Welche Veränderung wünschst du dir konkret?
    – Was kannst du eventuell selber dazu beitragen?
  • Überlege dir vor dem Gespräch auch, wie die Perspektive der anderen Person aussehen könnte. Die wenigsten Menschen handeln aus einer schlechten Absicht heraus. Frage die andere Person nach den Gründen für ihr Handeln.
  • Es muss nicht im ersten Gespräch zu einer perfekten Lösung kommen. Nimm dir Zeit, über das Ergebnis bzw. über Vorschläge nachzudenken oder mit anderen darüber zu sprechen.

Hilfe holen

Miteinander reden hilft – aber nicht immer. Es gibt Rechts- und Regelverstöße, bei denen du dir sofort Hilfe von außen holen solltest. Dazu gehören körperliche und psychische Gewalt, sexuelle Übergriffe, Mobbing, Erpressung und andere Handlungen, bei denen du dich stark unter Druck gesetzt fühlst. Sprich so schnell wie möglich mit einer erwachsenen Vertrauensperson darüber. Das kann eine Lehrerin oder Lehrer sein, jemand aus der Familie oder ein/e Berater*in von PiB. Wenn du nicht mit eurer Fachberatung sprechen möchtest, kannst du bei PiB auch mit einer anderen Fachkraft sprechen, die bislang nicht mit deiner Pflegefamilie im Kontakt war. Wichtig ist es, möglichst schnell zu besprechen, welche weiteren Schritte unternommen werden sollen, um dich zukünftig zu schützen.

Im Folgenden findest du Links zu weiteren Einrichtungen und Beratungsstellen.

An den Kinder- und Jugendnotdienst der Stadt Bremen kannst du dich wenden, wenn du akut in Not bist, z. B. bei Gewalt in der Familie. Erfahrende Fachkräfte sind dort Tag und Nacht erreichbar unter der Telefonnummer 0421 6 99 11 33.

Beim Kinderschutzbund Bremen bekommst du eine vertrauliche und auf Wunsch anonyme Beratung. Die Beratung ist kostenlos und deine Eltern werden nicht informiert, wenn du es willst.

Die Erziehungsberatungsstellen in Bremen sind auch für dich als Ansprechpartner da, wenn du zuhause Streit und Krach erlebst und willst, dass die Situation sich ändert. Die BeraterInnen unterliegen natürlich der Schweigepflicht und die Beratungen sind kostenlos.

Weitere Adressen findest du auf dieser Seite unter „Deine Themen“ in den verschiedenen Menüpunkten.

Jugendgruppe „Tote Katze“

Wenn du dich gerne mit anderen Jugendlichen in Pflegefamilien austauschen möchtest, komm zur PiB-Jugendgruppe „Tote Katze“. Sie ist offen für Neue, und wenn du dazukommst, erfährst du auch etwas über den ungewöhnlichen Namen der Gruppe. Die Termine für die nächsten Treffen findest du bei den Events auf der Startseite.