Alkohol in der Schwangerschaft kann Folgen haben

Du hast sicherlich schon davon gehört, dass Alkoholtrinken in der Schwangerschaft ungeborenen Babys schadet. Diese Schädigung nennt sich „Fetale Alkoholspektrumstörung“ – die Abkürzung dafür ist „FASD“.

Die Schädigungen bei FASD sind oft ganz unterschiedlich ausgeprägt. Einige Jugendlichen sind unkonzentriert, können nicht richtig stillsitzen oder es fällt ihnen schwer, Dinge zu verstehen. Andere Jugendliche haben Probleme, pünktlich zu sein, es fehlt ihnen das Verständnis für Zeiteinteilung oder sie brauchen immer Erinnerungen von anderen Menschen, um an bestimmte Dinge zu denken und sich selbständig zu organisieren. Und manche Jugendliche scheinen große Probleme zu haben, die Wahrheit zu sagen und erzählen mal dies und mal das. Oder sie können oft ihre Gefühle nicht kontrollieren und powern los, und das führt zu großem Stress mit anderen.

Wenn du solche Dinge von dir kennst, kann das natürlich alle möglichen Gründe haben. Um eine Alkoholschädigung feststellen zu können, braucht man eine ärztliche Diagnose und ein Team aus verschiedenen Fachleuten, die z.B. die Hintergründe deines Lebens und der Schwangerschaft deiner Mutter erfragen. Es werden dann noch einige Tests mit dir gemacht und es wird mit deinen Pflegeeltern und dir darüber gesprochen, was für eine Bedeutung die Diagnose FASD für dich hat.

Es kann sehr entlastend sein, wenn man weiß, woher bestimmte Probleme kommen. Denn für die Mitmenschen sieht es  erstmal so aus, als ob jemand absichtlich alles nicht richtig macht, extra im Unterricht oder zuhause stört, damit er vielleicht mehr Aufmerksamkeit bekommt.  Dabei brauchen manche Jugendliche einfach Möglichkeiten, ihre überschüssige Energie loszuwerden und sie fühlen sich besser, wenn sie sich bewegen.

Wenn jemand Schwierigkeiten hat, ehrlich zu sein, denken andere Menschen manchmal, dass sie absichtlich belogen werden. Es kann aber sein, dass jemand Dinge oft durcheinander bringt. Oder er vermischt die vielen Informationen, die er täglich bekommt und kann sich nicht an alles erinnern, was oder wie etwas passiert ist.

Das sind nur einige Beispiele und vielleicht kennst du selber noch Dinge, die bei dir anders sind.

Wenn du selber von FASD betroffen bist, fragst du dich möglicherweise auch, warum deine Mutter während der Schwangerschaft getrunken hat, und warum sie ihrem ungeborenen Baby – nämlich dir – geschadet hat. Eine Antwort könnte sein, dass deine Mutter gar nicht wusste, dass Alkoholtrinken ihrem ungeborenen Baby schadet und sich schlecht auf das Wachstum der inneren Organe und des Gehirns auswirkt.

Jugendliche mit FASD haben Anspruch auf ganz unterschiedliche Arten von Unterstützung. In der Schule, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und auch noch später im Erwachsenenleben. Sprich eure Fachberatung an, sie kennt sich bestimmt mit dem Thema aus. Oder sie kennt jemanden, der dir mehr zu deinen Fragen erzählen kann.

Um die richtige Hilfe zu erhalten, muss klar sein, woher deine Beeinträchtigungen kommen. Und du musst lernen die Hilfe zuzulassen, die du brauchst. Das ist manchmal gar nicht so leicht.

Klar ist, dass du nichts für deine Beeinträchtigungen kannst. Du hast ein Recht auf Hilfe und Unterstützung. Und auf Menschen, die gelassen mit dir und der Situation umgehen. Denke dran, du hast zwar eine Beeinträchtigung, aber nicht nur, sondern auch viele andere positiven Eigenschaften.

JiP Jugendgruppe

Wenn du dich gerne mit anderen Jugendlichen in Pflegefamilien austauschen möchtest, komm zur PiB-Jugendgruppe „JiP“- Jugendliche in Pflegefamilien. Wir bringen euch und eure Themen zusammen! Kommen können alle jugendlichen Pflegekinder ab 14 Jahre. Die Gruppe wird geleitet durch zwei PiB-Fachberaterinnen, die sich, wie auch die Jugendlichen, über Gruppenzuwachs freuen.
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