Leben mit Handicap
„Ich bin nicht behindert – ich werde behindert!“

Behinderungen können ganz unterschiedlich aussehen. Natürlich sitzen nicht alle Menschen mit einer Behinderung im Rollstuhl. Neben den körperlichen gibt es geistige und seelische Behinderungen. Manchmal schränkt eine Behinderung das Leben der Betroffenen sehr stark ein, und manchmal ist sie auf den ersten Blick gar nicht zu bemerken.

Von den Kindern und Jugendlichen, die in Bremer Pflegefamilien leben, haben auch einige Behinderungen. Und vielleicht hast du selber mit diesem Thema zu tun.

Auch wenn du mit den Jahren gelernt hast, mit einer Behinderung umzugehen, ist die Pubertät und das Erwachsenwerden nochmals eine große Herausforderung. Fragen wie „Bin ich attraktiv“ oder „Wie sehen mich die anderen“ rücken in den Vordergrund. Die Sehnsucht nach Nähe, Zärtlichkeit, Liebe und Sex ist ziemlich unabhängig davon, ob du mit oder ohne Behinderung lebst. Aber es braucht schon eine gute Portion Selbstbewusstsein, diesen Bedürfnissen auch nachzugehen. Und deshalb möchten wir dich an dieser Stelle ausdrücklich ermuntern: Trau dich! Du hast wie jeder andere Mensch ein Recht auf intime Begegnungen. Sprich mit deinen Freundinnen und Freunden über deine Gefühle, Gedanken, Wünsche und Befürchtungen. Je offener und selbstverständlicher du mit diesen Themen umgehst, umso leichter wird es anderen fallen. Dadurch hast du noch nicht die Beziehung, die du dir vielleicht wünschst. Aber es ist 10 Mal besser als nur die Gedanken im Kopf kreisen zu lassen.

Selbstständigkeit und Beteiligung

„Was kann ich selbst und wofür brauche ich andere?“ Diese Frage stellt sich in der Regel immer wieder neu. Und Pflegeeltern beantworten sie oft anders als die Jugendlichen selbst. Kann sein, dass du mehr Unterstützung brauchst als Jugendliche ohne Behinderung. Aber manchmal gibt es auch Gewohnheiten, die man hin und wieder kritisch überprüfen sollte. So viel Eigenständigkeit und Beteiligung wie möglich, ist ein gutes Ziel. Was das konkret heißt, muss man gemeinsam herausfinden. Die Veränderungen auf dem Weg dorthin, können sich ungewohnt oder sogar bedrohlich anfühlen. Für deine Pflegeeltern, aber vielleicht auch für dich. Probiert aus, wohin die Reise gehen soll. Und lass dich dabei gerne von eurer PiB-Beratung unterstützen.

Und sonst so?

Diese Seite ist natürlich sehr allgemein. Um konkreter zu werden, wäre es schön, mehr von dir und deinen Anliegen und Fragen zu erfahren. Alle Themen dieser Webseite sind übrigens für alle Jugendlichen gedacht – egal ob mit oder ohne Behinderung. Lass uns wissen, was du dazu denkst. Sind die Texte verständlich? Was fehlt? Was möchtest du anderen von dir mitteilen? Und was willst du von anderen wissen? Wenn du uns schreiben willst, klicke hier.

Jugendgruppe „Tote Katze“

Wenn du dich gerne mit anderen Jugendlichen in Pflegefamilien austauschen möchtest, komm zur PiB-Jugendgruppe „Tote Katze“. Sie ist offen für Neue, und wenn du dazukommst, erfährst du auch etwas über den ungewöhnlichen Namen der Gruppe. Die Termine für die nächsten Treffen findest du bei den Events auf der Startseite.